Konkurrenz für PHP: Mit Ruby gelingt RAD für Webanwendungen
Obwohl beide Sprachen gleich alt sind, führte Ruby gegenüber PHP lange Zeit ein Schattendasein. Mit dem Aufkommen komfortabler Frameworks wie dem beliebten Ruby on Rails ändert sich dieses jedoch seit einiger Zeit. Gegenüber PHP hat Ruby einige Vorteile, die dem Neueinsteiger die Arbeit mit der Sprache deutlich erleichtern, vor allem die schlichte Syntax und das Prinzip der geringsten Überraschung sind deutliche Pluspunkte für den Einsteiger. PHP-Neulinge können ein Lied davon singen, welche Überraschungen PHP für Anfänger bereit hält.
Ebenso wie bei PHP benötigt man für Webanwendungen mit Ruby einen entsprechend ausgerüsteten Webserver. Bei den Billighostern sucht man entsprechende Angebote bislang meist vergebens, was sicherlich auch daran liegt, dass dort argumentiert wird, man habe ja PHP im Angebot. Taugliche Angebot mit Ruby an Bord finden sich meist im Segment Profi Webhosting, oft im Kielwasser weiterer spezialisierter Angebote, wie etwa Subversion zur Versionsverwaltung. Dort erhält man auch schon für kleines Geld ein gut abgerundetes Paket, mit dem die ersten Schritte in der neuen Sprache keine Probleme mehr aufwerfen.
Mit RubyGems Pakete installieren
Ein wichtiger Punkt gegenüber PHP ist das integrierte Paketsystem von Ruby, RubyGems oder kurz einfach Gems genannt. Ähnlich wie bei gängigen Linuxdistributionen lassen sich hier über ein standardisiertes System zusätzliche Module mit neuen Funktionen herunterladen und einbinden. So erspart man sich ein großes Versionschaos und ähnliche Probleme, wie sie bei Projekten ohne Paketsystem immer wieder auftreten. Bestenfalls kümmert sich der Anbieter im Hintergrund ohnehin darum, das System aktuell zu halten – Service wie man ihn bei Billighostern oft schmerzlich vermisst, wenn man ihn einmal braucht.
Zur Entwicklung der eigenen Webanwendungen empfiehlt es sich auf jeden Fall, von modernen Systemen zur Quellcodeverwaltung Gebrauch zu machen. Häufig findet man im Segment Profi Webhosting neben Angeboten für Ruby Hosting auch Angebote für weitere Sprachen und Webanwendungen, beispielsweise Java, Git oder Eclipse. Im Bereich der Versionsverwaltung ist hier häufig Subversion (SVN) vertreten, so dass man sich ein separates Paket für die Quellcodeverwaltung sparen kann und alles aus einer Hand erhält. Git Hosting wird zwar auch immer beliebter, ist für Einzelentwickler jedoch ein Kaliber, das durch seine Komplexität eher bremst als fördert. Für verteilte Teams ist es hingegen deutlich angenehmer in der Nutzung als Subversion. Die Empfehlung hier ist ganz klar: Einlesen und eine fundierte Entscheidung treffen.
Doch mit der Wahl zwischen SVN Hosting und Git Hosting ist noch nicht die letzte Entscheidung in Sachen Profi Webhosting gefallen. Ganz nach den individuellen Vorlieben können auch weitere Bausteine moderner Softwareentwicklung mit ins Paket aufgenommen werden: Etwa ein Bugtracker wie Bugzilla oder auch Werkzeuge zur Projektverwaltung wie Trac. Bei erstklassigen Anbietern in diesem Segment findet sich praktisch alles, was man sich wünschen kann, bis hin zum kompletten Hosting der Entwicklungsumgebung, zum Beispiel Eclipse samt Subversion-Plugin auf einem Server mit Java Hosting. Damit wäre die gesamte Entwicklung ins Web ausgelagert – und so bequem von jedem Internetanschluss aus nutzbar, ganz ohne lokale Installation. Gerade für größere Teams bringt dies erhebliche Vorteile, da sich Werkzeugkonfigurationen leichter konsistent halten lassen und so Umstellungen weniger Probleme verursachen können.


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